Das CJD - Die Chancengeber CJD Christophorusschulen Berchtesgaden

Valencia, die Starke

29.07.2017 CJD Berchtesgaden Gymnasium « zur Übersicht

Bei einer Klassenfahrt lernten 11. Klässler des Gymnasiums der CJD Christophorusschulen Berchtesgaden das spanische Valencia kennen.

Unter der ortskundigen Leitung ihrer in Valencia beheimateten Spanischlehrerin Mireia Esteban Martinez und in Begleitung von Brigitte Hofreiter als weitere Lehrkraft machten sich neun Schüler und Schülerinnen der Spanischklasse Q11 des Gymnasiums auf, um diese vor Lebenslust sprühende, blühende Großstadt an der Ostküste Spaniens zu erkunden. Sie tauchten dort in den "echten" spanischen Alltag ein und lernten auch alte Bräuche kennen. Um das Hotel im Norden des Zentrums herum gab es zahlreiche Möglichkeiten für die Schüler, sich sehr preiswert, aber schmackhaft und abwechslungsreich mit typischen Gerichten zu verköstigen: tapas, pinchos, bocadillos, montaritos... kleine, vielseitig belegte Appetithappen, tortillas und frisch gepresste Säfte - was das Herz begehrt.

Frisch gestärkt ging es gleich am Dienstag in die Werkstätten der berühmten "Fallas": Das sind bis zu 30 m hohe bunte Pappmaschee-Figuren, die anlässlich eines jährlich stattfindenden Straßenfestes vom 13. bis 19.März öffentlich ausgestellt werden, auf satirisch-lustige Art Menschen und Stadtpolitik anprangern und am letzten Tag öffentlich verbrannt werden. Nur eine Figur pro Jahr wird "begnadigt" und gesellt sich im Fallas-Museum zu ihren Vorgängern. Dieser rein valencianische Brauch ist Bestandteil des UNESCO-Welterbes. Nach einer interessanten Führung durch das Fallas-Museum durften die Schüler nun selbst Hand anlegen und fertigten, mit Styroporblöcken, Sägen und Farben bewaffnet, zwei Miniatur-Fallas, die von dortigen Handwerkern an Ort und Stelle nach Originalität und Kunstfertigkeit prämiert wurden und sogar in einer bekannten Tageszeitung erschienen. In Teile zerlegt gelangten sie bis in unsere Schule und wurden beim Schulfest ausgestellt. Nach dieser kreativen Anstrengung hatten sich alle eine "horchata" verdient, ein Erfrischungsgetränk aus valencianischen Erdmandeln.

Am Mittwoch war eine Bootsfahrt über den Albufera-Binnensee angesagt, durch ein Naturparadies wie Klein-Amazonien. Um 14 Uhr, wenn die Spanier ein ausgiebiges Mittagessen einnehmen, durfte natürlich ein gemeinsames Paellaessen aus einer riesigen Pfanne nicht fehlen. Erst gegen Abend ging es dann an den ausladenden Stadtstrand von Malvarrossa, da bei der Hitzewelle tagsüber Sonnenbrände vorprogrammiert wären; noch abends war das Wasser 26° warm.

Am Donnerstag machte die Gruppe eine ausführliche Innenstadttour unter der Führung durch den Vater der Lehrerin, Herrn Esteban, der die Baustile von den Römern bis zum Modernismo erläuterte und die wunderschöne Lonja de la seda zeigte, ein Gebäude im byzantinischen Stil, als die Valencianer noch Seide herstellten. Und dazwischen immer wieder Gärten mit Orangenbäumen, Riesenkakteen, überdimensionale Gummi- und Magnolienbäume, Palmenalleen... Erstaunlich für uns, aber sicher klimatisch bedingt, ist überhaupt der spanische Tagesrhythmus: Die Arbeit beginnt meist erst ab 9 Uhr, um 11 Uhr gibt es ein "almuerzo", ein zweites Frühstück, erst um 14 Uhr das Mittagessen und von 17 bis 22 Uhr haben die Geschäfte wieder geöffnet. Das Abendessen wird oft erst um 23 Uhr eingenommen, Discos öffnen manchmal nachts um 2 Uhr!

Am Freitag folgte ein wahres Highlight: der Besuch der "Ciudad de las artes y las sciencias" mit dem größten Aquarium Europas, in dem man sich unter Glastunneln mitten unter Haifischen und allen möglichen Arten von Wassertieren befindet und z.B. auch eine lehrreiche Delphinshow bewundern kann. Auch ein Besuch im IMAX-Kino mit einem Film über die Unterwasserwelt war sehr eindrucksvoll; ebenso taten die futuristisch gestalteten Gebäude des berühmten Architekten Calatrava ein Übriges, diesen Tag nicht so schnell zu vergessen.

Am Samstag wurde die Gruppe von einer befreundeten Spanierin durch die modernen Hafenanlagen geführt, nicht ohne zwei typische Fischerkneipen aufzusuchen, zum Aperitif und zu außergewöhnlichen Spezialitäten wie mit jungen, frisch gefischten Tintenfischen oder auch mit Blutwurst und longariza gefüllten boccadillos. Man muss hier unbedingt die herrlichen Markthallen besuchen mit einer Überfülle von Angeboten an frischen, bei uns z.T. unbekannten Produkten wie getrocknete Früchte, spezielle Nüsse, getrocknete Fischhautchips und alle möglichen Saftmischungen. Am Samstagabend war dann kein Halten mehr: Geballte spanische Lebensfreude zeigte sich in Form der "mascletas", einer Veranstaltung mit einer ordentlichen Portion von Riesenböllern und Krachern zur Erinnerung an die "Fallas-Tage" im Frühjahr. Die halbe Stadt war auf den Beinen und es gab ein riesen Popkonzert auf dem Rathausplatz mit seinen Prachtbauten. Auch an anderen Stellen der Stadt, wie am "Feria-Jahrmarkt" im Park des ehemaligen Flussbettes des Turia gab es ein gratis Popkonzert, bei dem die Schüler im flachen Wasserbecken neben der Bühne tanzen konnten - ein besonders erfrischendes Erlebnis! Die ruhige, freundliche Art der Spanier trug dazu bei, den Aufenthalt angenehm und unvergesslich zu machen.

Auf dem Rückflug am Montag dachten alle, erfüllt von den vielen, neuen Eindrücken, die dank unserer einheimischen Reiseleiterin besonders vielseitig sind, auch an die mitreißende Atmosphäre im "barrio del Carmen", einem hübschen Vergnügungsviertel, und daran, wie in einer Großstadt die Verbindung von Meer und Geschäftigkeit mit mediterraner Gelassenheit ein unvergleichliches Flair schaffen kann, dem man die aktuelle Wirtschaftskrise nicht anmerkt und das man auf jeden Fall wieder einmal erleben will - diese Kunst zu leben "wie Gott in Spanien".

Brigitte Hofreiter