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Q 12 ante portas - Studienfahrt der Q 12 des Gymnasiums der Christophorusschule nach Rom und Neapel

13.11.2019 CJD Christophorusschulen Berchtesgaden CJD Berchtesgaden Gymnasium « zur Übersicht

Neun Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse des CJD-Christophorusgymnasiums reisten im Rahmen ihres P-Seminars in Begleitung ihrer Lehrkräfte Frau Luibl und Herrn Hoffmann für eine Woche nach Rom und Neapel. Das Besondere dieser Unternehmung war jedoch, dass die Teilnehmer für die gesamte Planung und Organisation der Reise selbst verantwortlich waren, so auch für die Führungsreferate zu den auf dem Programm stehenden historischen Stätten. Dementsprechend groß war die Spannung, ob alles so gelingen würde wie geplant.

Nach einer zwölfstündigen Fahrt mit dem Nachtzug, der in Salzburg startete, stand für die folgenden drei Tage Neapel auf dem Plan. Einige verkehrstechnische Komplikationen auf dem Weg dorthin waren zu überwinden, bevor wir - endlich in der Millionenstadt angekommen -  erst einmal einen kleinen Kulturschock aufgrund der Umgebung der Unterkunft als auch wegen des allgemeinen Zustands dieser Metropole verkraften mussten. Wir verschafften uns zu Fuß einen ersten Überblick über die Stadt und nahmen schließlich das Archäologische Nationalmuseum ins Visier, in dem sich die bedeutendsten Relikte vor allem Pompejis befinden. Dies war ein perfekter Start, um den Schülerinnen und Schülern das zentrale Thema dieser Reise, die Antike, näher zu bringen.

Den Donnerstag begannen wir mit einem typisch süßen italienischen Frühstück und machten uns anschließend auf den Weg nach Pompeji. Unsere Gruppe gelangte durch den weniger frequentierten Osteingang auf das 44 Hektar große Territorium, welches die aktuell größte zusammenhängende Stadtruine der Welt darstellt. Das gigantische Ausmaß dieser Ausgrabungsstätte wurde uns erstmals im berüchtigten Amphitheater bewusst. Beeindruckt von der gebotenen Kulisse wurden wir von zwei Mitschülern über die ersten geschichtlichen Eckdaten der damals so glanzvollen Stadt informiert, welche circa 8-10 000 Bürgern ein zu Hause bot. Da 62 n. Chr. ein schweres Erdbeben die Stadt größtenteils zerstörte und einige Restaurationsarbeiten bis zum Vesuvausbruch und damit dem Untergang Pompejis 79. n. Chr. noch nicht abgeschlossen waren, sind heutzutage viele Bauten aus griechischer sowie römischer Belagerungszeit leider unvollständig vorzufinden. Hinzu kommt, dass gegen den kontinuierlichen Zerfall der Ausgrabungen angekämpft werden muss. Auf unserer Runde vorbei am Haus des Fauns über die „Stabianer-Thermen“ kamen wir schließlich zum Forum „Triangolare“. Abschließend, vorbei am Venus-Tempel, verließen wir das seit 1997 von der UNESCO erklärte Weltkulturerbe. Am Tag darauf wurde dann der Vesuv selbst erklommen und besichtigt. Die Fahrt auf der kurvigen Straße dauerte eine halbe Stunde. Als wir nach einem anschließenden ca. 20-minütigen Fußmarsch am Krater angelangt waren, genossen wir eine Aussicht, die einfach nur als atemberaubend zu bezeichnen ist. Der Krater selbst ist äußerst beeindruckend, vor allem, wenn man bis auf 2 Meter an den Rand herankommt und die aufsteigenden Schwefelgase einatmet. Nach einem phänomenalen Panoramablick und dem unbeschreiblichen Gefühl, eben auf einem der gefährlichsten Vulkane gewesen zu sein, kehrten wir, auf einen äußerst interessanten und informativen Tag zurückblickend, zu unserer Unterkunft zurück. Spätabends am selben Tag brachte uns der Zug zurück in die Hauptstadt Rom, in der ein weiterer viertägiger Aufenthalt geplant war. Wir verbrachten den restlichen Abend mit einem gemeinsamen Abendessen und begannen den folgenden Tag gleich mit einem strammen Programm, das gänzlich zu Fuß absolviert wurde. Erster Anlaufpunkt war das Kolosseum, um Tickets für eine spätere Besichtigung am Nachmittag zu lösen. Dank unserer „Conferma“, einer Schulbescheinigung, die wir vor unserer Reise vorausschauend besorgt hatten, bekamen wir, wie bei so vielen Sehenswürdigkeiten, auch hier freien Eintritt. Weiter ging es zum Circus Maximus, der zur damaligen Zeit ein wichtiger Lebensmittelpunkt war und einen dem entsprechend großen Raum beanspruchte. Von der Seite des Aventins aus hatte man einen guten Überblick über das gesamte Gelände mit den neuen Ausgrabungen am Kopfende des ca. 600 m langen Areals. Insgesamt sind jedoch nur noch ein paar Überreste auf einer riesigen Rasenfläche zu finden. Lediglich der Grundriss und einige freigelegte Teile der antiken Sitzreihen und Treppen sowie Reste eines Turms sind noch zu erkennen.

Unser nächster Programmpunkt sollte eines der besterhaltenen Gebäude aus dem antiken Rom sein: das Pantheon, ein geniales Bauwerk und berühmtes Grabmal, wie ein Mitschüler  erklärte.  Sowohl die äußere als auch innere Architektur mit ihrer freitragenden Kuppel brachte viele von uns zum Staunen. Da wir bis zum Einlass in das Kolosseum noch Zeit hatten, nutzten wir diese Möglichkeit und erforschten die Stadt nach weiteren Sehenswürdigkeiten. Etwas Gänsehaut befiel uns schon, als wir dann endlich die steilen Treppen des größten der im antiken Rom erbauten Amphitheater hinaufstiegen. Wissend, welche grausamen Ereignisse hier stattfanden, ließen wir die Atmosphäre dieses monumentalen Ortes auf uns wirken. Beeindruckt waren wir aber auch von der logistischen Leistung der Römer: sie waren nicht nur in der Lage, ein solch monströses Bauwerk zu errichten, sondern konnten dieses auch innerhalb weniger Minuten räumen, indem sie zahlreiche Sperren an den Sitzreihen installierten, so dass jedes Segment einen eigenen Ausgang hatte. Am nächsten Morgen ging es vorerst zum bekannten Trevibrunnen. Nach alter Tradition wurden hier ein paar Münzen eingeworfen, bevor wir das Grabmal Kaiser Hadrians, die sogenannte  Engelsburg mit der herrlichen Engelsbrücke ansteuerten. Auch dort führte uns ein Schüler durch das bisweilen schwierige geschichtliche Thema. Vom Dach aus konnte man einen spektakulären Blick über ganz Rom genießen. Der Petersdom war schon in Sicht, also verbrachten wir die Mittagspause spontan mit einem Besuch des Vatikans. Hier hatten Vereinzelte sogar die Chance, den Papst während der Sonntagsmesse live zu sehen. Nach so viel städtischem Trubel war es wohltuend, sich am Nachmittag in der ruhigen Ausgrabungsanlage der Hafenstadt Ostia Antica zu erholen, in der viele gut erhaltene Gebäude, die  vom römischen Alltagsleben zeugen, unter Führung einer weiteren Teilnehmerin Interesse fanden.  Die südländische Atmosphäre inmitten von Pinien und Zypressen und die angenehme Ruhe dieses fast menschenleeren Ortes versetzte uns in eine vergangene Welt. Fast erschlagen von all diesen Eindrücken fuhr die Gruppe anschließend in die nicht allzu weit entfernte moderne Stadt Ostia. Hier beendeten wir den Abend mit einen gemeinsamem Picknick am Strand. Die letzten Vorträge am darauf folgenden Tag galten dem Mittelpunkt der antiken Weltstadt, dem Forum Romanum, und dem Marcellustheater. Neben dem "lapis niger" mit dem sogenannten Grab des Romulus, dem "goldenen Meilenstein" und dem "Nabel Roms" gab es riesige Granitsäulen, Triumphbögen mit wunderschönen Reliefs und beeindruckende Details wie die erstaunlich gut erhaltene Bronzetür des Romulustempels zu sehen, wie auch andere großartige Beispiele der antiken Bauweise der Römer, um nicht die riesigen Basaltsteine der bis heute erhaltenen Pflastersteine zu vergessen. Der Nachmittag brachte dann für uns, zum ersten Mal, eine kleinere Planänderung mit sich. Statt  des Gladiatorenmuseums besuchten wir das Kapitolinische Museum, das uns unter anderem die verschiedensten Mamorskulpturen präsentierte. So konnten wir dort Medusa, Cicero, Caesar und die Wölfin mit Romulus und Remus bestaunen. An unserem letzten Tag ging es zu den außerhalb von Rom gelegenen Kallixtus-Katakomben. Eine Führerin begleitete uns dort auf unserem Weg durch die unheimlichen  Gräbergänge und die letzten Ruhestätten der römischen Christen. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung und die meisten nutzten dies, um noch einige typische Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie z. B. die Spanische Treppe, „abzuarbeiten“.

So ließen wir den letzten Tag gemütlich ausklingen und trafen uns alle gegen Abend wieder am Bahnhof zu unserer Rückreise. Nach einer Woche voller neuer Eindrücke und Erfahrungen hieß es nun Abschied  nehmen von der ewigen Stadt in „Bella Italia“.   

Die Teilnehmer des P-Seminars:

Nicole Aschauer, Felix Grothmann, Jonathan Greipl und Jonas Bachl-Staudinger