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Frankreichaustausch des Gymnasiums

19.12.2017 CJD Berchtesgaden Gymnasium « zur Übersicht

Am 06. Oktober um 4h früh war es wieder soweit: 18 Schüler der 8. und 9.Klasse des Christophorusgymnasiums und der Realschule bestiegen in gespannter Vorfreude den Bus zum Flughafen München, von wo es in nur 1 1/2 Std. nach Bordeaux ging. Dort erwartete sie und ihre Lehrerinnen Frau Brigitte Hofreiter und Mireia Esteban bereits der neue Deutschlehrer  David Schilling, um die Gruppe durch Bordeaux zu führen: auf ging's zur  Besichtigung interessanter Gebäude dieses UNESCO-Weltkulturerbes, wie z.B. das neue Museum  <cité du vin>, dessen geschwungene Architektur an ein Weinglas denken lässt, dessen Inhalt in verschiedenen Farben schillert, oder der <miroir d'eau>, größter begehbarer Wasserspiegel der Welt, der die Besucher  in durch Düsen aufsteigenden Dunst hüllt; und überall die wunderschönen neu gereinigten, gelblichen Fassaden, deren <mascarons> genannte fratzenartige  Verzierungen jedoch an eine weniger schöne Zeit erinnern, als die Stadt durch den Sklavenhandel reich geworden war. Ja, man muss schon Acht geben, nicht vor die moderne Straßenbahn, die die Fußgängerzone durchquert, zu rennen, wenn man wie ein Hans-guck-in-die-Luft durch die Altstadtsraßen schlendert und außerdem sollte man unbedingt einige der liebevoll arrangierten, typischen Boutiquen durchstöbern, die mit ihren schönen bunten Holzvertäfelungen schon von außen eine Augenweide sind und wo das individuelle Angebot die Allerweltsläden der großen malls in den Schatten stellen. Deshalb ließen es sich auch unsere Schüler nicht zweimal sagen, sich auf der angeblich längsten Einkaufsstraße Europas mit 4km Länge schon mal mit Mitbringseln einzudecken. Denn am Nachmittag ging es aufs Land hinaus, der schönen Weingegend im Nordosten von Bordeaux zwischen der Gironde und der Dordogne, nach Saint-Médard-de-Guizières mit dem collège Jeanne d'Arc. Jetzt hieß es für die Schüler, allen Mut zusammenzunehmen, denn jetzt ging es für jeden von ihnen einzeln in die französischen Familien, um mit ihnen das Wochenende zu verbringen. Man hatte sich vorher zwar bereits durch sog. Steckbriefe und mails bekannt gemacht, aber jetzt war ständig Kommunikation gefragt, und zwar am besten auf Französisch! Hier einige von den Aktivitäten, die mit den Schülern unternommen wurden: beliebt war der Besuch des neuen Schwimmbades, Trampolinspringen, Picknick am See mit Turnen am Spielplatz, Tennisspielen, Basketball, Fußball, Bowling, Lasertag, der Besuch des Rummelplatzes in Bordeaux und des Aussichtsturmes der Stadt, der Besuch der Stadt Périgord und vor allem des Weinortes Saint-Emilion, wo sich am Sonntag viele Familien bei der Stadtbesichtigung trafen. Die Lehrerinnen waren auch nicht müßig und machten einen Ausflug in die fast völlig aus rötlichen Ziegeln erbaute Stadt Toulouse; ferner konnten sie am Montag, als die Schüler bis 16h30 den langen Schulalltag in Frankreich erlebten, die künstlich rekonstruierte Höhle von Lascaux besichtigen, nachdem die ursprüngliche Höhle mit ihren 17000-jährigen ältesten Höhlenmalereien Europas wegen eines Pilzbefalls für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich ist. Andere echte Steinritzzeichnungen von wilden Tieren aus dieser Epoche konnten mit den Schülern jedoch am Dienstag während einem Ausflug in die höhlenreiche Dordogne besichtiget werden: mit einem offenen Schmalspurbähnchen ging es tief hinein in die Grotte von Rouffignac. Und nun zum Titel dieses Berichtes: gemeint ist der Besuch des langgestreckten Felsens von Saint-Christophe mit seinen zahlreichen prähistorischen Höhlenwohnungen entlang  der Vézère, wo sich die Cro-Magnon Menschen sicher fühlten und vor 55000 Jahren die ältesten bekannten troglodytischen Höhlenburgen bauten. Dieser 1km lange und 80m hohe Felsen diente bis ins Mittelalter und in die Renaissancezeit als befestiger "Wohnblock" mit sozialen Strukturen. Durch Grabfunde in dieser Gegend vermutet man auch, dass sich hier Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen trafen und familiäre Bindungen eingingen. Nach einem weiteren Schultag folgte nun der schönste Ausflug: nach Arcachon zur "Dune du Pilat", einer sich jährlich wenige Meter bewegenden Wanderdüne, die mit ihren bis zu 110m Höhe, 500m Breite und 2,7 km Länge die größte Europas ist. An ihrer Ostseite wurden von Napoleon III. zur Trockenlegung der Sümpfe riesige Kiefernwälder angelegt, und so sieht man auf der Düne nur drei Farben, soweit das Auge reicht: gelben Sand, dunkelgrüne Wälder und das blaue Meer... ein unvergesslicher Anblick! Am Abend gab es mit den Eltern ein Schulfest im Collège, um diesen schönen Tag und den gelungenen Austauschaufenthalt abzurunden. Am Freitag Morgen schlenderten alle noch einmal kurz durch den Wochenmarkt, wo sich die meisten Schüler mit Crêpes versorgten, und dann zum Flughafen, wo nochmal frische Süßigkeiten wie die "Canelés de Bordeaux" oder "Macarons"erstanden wurden. Schon auf dem Heimflug, vorbei am Montblanc-Massiv und den Schweizer Alpen, planten die Schüler so manche Aktivitäten im Schnee, die sie den Franzosen bei deren Gegenbesuch im Winter präsentieren wollen - die Vorfreude ist schon groß!

Brigitte Hofreiter